Intensive Einblicke in das Thema Borderline: Interner Workshop im SPZ Heinsberg
Ein besonderer Workshop für die Mitarbeitenden der Abteilung Gefährdete & behinderte Menschen des Caritasverbandes Heinsberg fand kürzlich im Sozialpsychiatrischen Zentrum (SPZ) in Heinsberg statt. Im Mittelpunkt stand das Thema Borderline – vermittelt aus einer Perspektive, die im fachlichen Kontext besonders wertvoll ist: der direkten Erfahrung einer Betroffenen.
Geleitet wurde der Workshop von der Autorin Michelle Müller-Nagy, die in ihrer Arbeit autobiografisch über emotionale Abhängigkeit, Borderline-Störung, Sucht und Suizidalität schreibt. Mit großer Offenheit teilte sie ihre persönlichen Erfahrungen und ermöglichte so einen authentischen Zugang zu einer komplexen psychischen Erkrankung, die in der täglichen Arbeit vieler Mitarbeitenden eine wichtige Rolle spielt.
Die Borderline-Persönlichkeitsstörung ist geprägt von intensiven Emotionen, innerer Instabilität und häufig herausfordernden Beziehungsmustern. Umso wichtiger ist ein tiefes Verständnis für die Lebensrealität der Betroffenen. Genau hier setzte der Workshop an: Durch eindrucksvolle persönliche Einblicke wurde theoretisches Wissen greifbar und um eine menschliche Dimension erweitert.
Im Verlauf der Veranstaltung entwickelte sich ein lebendiger und vertrauensvoller Austausch. Die Mitarbeitenden nutzten die Gelegenheit, Fragen zu stellen, eigene Erfahrungen einzubringen und gemeinsam über den professionellen Umgang mit herausfordernden Situationen zu reflektieren. Das große Interesse und die aktive Beteiligung unterstrichen die Relevanz des Themas für die tägliche Arbeit.
Die Rückmeldungen im Anschluss waren durchweg positiv. Besonders hervorgehoben wurde die ehrliche und zugewandte Art der Referentin, die es ermöglichte, auch sensible Themen offen anzusprechen. Viele Teilnehmende nahmen wertvolle Impulse für ihre Arbeit mit – insbesondere im Hinblick auf mehr Verständnis, Sensibilität und Sicherheit im Umgang mit Betroffenen.
Der Workshop wurde insgesamt als sehr bereichernd und gelungen bewertet. Er zeigte eindrucksvoll, wie wichtig es ist, fachliche Perspektiven mit persönlichen Erfahrungen zu verbinden, um ein ganzheitliches Verständnis für psychische Erkrankungen zu fördern.
Infobox: Zur Person
Michelle Müller-Nagy
- Geboren: 1995 in Erfurt
- Autorin mit autobiografischem Schwerpunkt
- Thematisiert in ihren Büchern u. a. Borderline-Störung, Sucht und Suizidalität
- Bringt persönliche Erfahrungen aktiv in Aufklärungsarbeit und Workshops ein
Ihr Anliegen ist es, Einblicke in die Lebenswelt von Betroffenen zu geben, Verständnis zu fördern und zur Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen beizutragen.