Mit einem lachenden und einem weinenden Auge wurde Michael Barth in diesem Monat in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge wurde Michael Barth in diesem Monat in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet.

30 Jahre Engagement in der stationären Jugendhilfe bedeuten unzählige Begegnungen, Geschichten und Lebenswege, die er mitgeprägt hat. Als Gruppenleiter, Zuhörer, Klartextredner und vor allem als Mensch war Michael Barth für viele junge Menschen ein verlässlicher Anker – oft genau dann, wenn es am meisten gebraucht wurde.

Auch für seine Kolleginnen und Kollegen war er über Jahrzehnte hinweg ein wichtiger Wegbegleiter: ruhig, humorvoll, lösungsorientiert – ein echter „Möglichmacher“.

Für seinen Einsatz, seine Haltung und sein großes Engagement gilt ihm ein herzlicher Dank. Für den neuen Lebensabschnitt werden ihm Gesundheit, Freude und viele erfüllte Momente gewünscht.

#CaritasHeinsberg #Ruhestand #Danke #Jugendhilfe #Wegbegleiter

Bildunterschrift:

Verabschiedung von Michael Barth gemeinsam mit Marianne Hiol, Abteilungsleiterin Familie, Kinder & Jugend, Stefanie Gorné, Einrichtungsleiterin Jugend & Wohnen, sowie dem gesamten Team der Jungenwohngruppe und der Trainingswohnungen.

Caritasverband Heinsberg und Gymnasium St. Ursula laden zu intensiver Diskussion mit Jürgen Wiebicke ein

Wie fühlt sich Demokratie im Alltag an? Was bedeutet sie für junge Menschen – gerade in Zeiten zunehmender Polarisierung? Und wie reagiert man, wenn demokratische Grundwerte infrage gestellt werden?

Mit diesen Fragen setzte sich eine außergewöhnliche Veranstaltung am Gymnasium St. Ursula in Geilenkirchen auseinander, zu der der Caritasverband Heinsberg gemeinsam mit der Schule eingeladen hatte. Im Mittelpunkt: eine lebendige, kritische und bemerkenswert reflektierte Diskussion mit dem Journalisten und Autor Jürgen Wiebicke.

Wie fühlt sich Demokratie im Alltag an? Was bedeutet sie für junge Menschen – gerade in Zeiten zunehmender Polarisierung? Und wie reagiert man, wenn demokratische Grundwerte infrage gestellt werden?

Mit diesen Fragen setzte sich eine außergewöhnliche Veranstaltung am Gymnasium St. Ursula in Geilenkirchen auseinander, zu der der Caritasverband Heinsberg gemeinsam mit der Schule eingeladen hatte. Im Mittelpunkt: eine lebendige, kritische und bemerkenswert reflektierte Diskussion mit dem Journalisten und Autor Jürgen Wiebicke.

Schülerinnen gestalten den Diskurs auf Augenhöhe

Besonders eindrucksvoll: Ines Philipen, Elisabeth Anlauf, Nila Küppers und Paula Philipen, vier Schülerinnen der Jahrgangsstufe 10, hatten die Veranstaltung eigenständig vorbereitet – inhaltlich wie methodisch.  Mit eigenen Präsentationen, Fallbeispielen und gezielt formulierten Fragen führten sie durch den Vormittag und übernahmen souverän die Moderation.

Gemeinsam mit Wiebicke diskutierten sie konkrete Situationen aus dem Alltag junger Menschen:
Wie verhält man sich bei rassistischen oder antidemokratischen Äußerungen? Wo beginnt Ausgrenzung – und wo hört Meinungsfreiheit auf? Welche Verantwortung trägt jede*r Einzelne für das gesellschaftliche Miteinander?

Die Schülerinnen stellten dabei nicht nur Fragen – sie positionierten sich, hinterfragten und forderten Antworten ein. Es entstand ein Dialog auf Augenhöhe, der deutlich machte, wie reflektiert und engagiert junge Menschen heute über Demokratie nachdenken.

Kontroverse, Nachdenklichkeit und echtes Interesse

In der Aula entwickelte sich schnell eine offene Atmosphäre. Die anwesenden Schülerinnen und Schüler der gesamten Jahrgangsstufe beteiligten sich aktiv, stellten Fragen, äußerten Zweifel und brachten unterschiedliche Perspektiven ein.

Es ging nicht um einfache Antworten – sondern um das gemeinsame Ringen um Haltung:
um Respekt, Zivilcourage und die Fähigkeit, Widerspruch auszuhalten.

Jürgen Wiebicke griff die Impulse auf, ordnete ein und machte zugleich Mut: Demokratie, so seine zentrale Botschaft, sei kein abstraktes System, sondern lebe von den Menschen, die sie täglich gestalten – gerade auch von der jungen Generation.

Zugleich betonte Wiebicke, wie wichtig es sei, sich bewusst auch mit kontroversen Positionen auseinanderzusetzen. Demokratie bedeute nicht nur Zustimmung, sondern auch das Aushalten und Diskutieren unterschiedlicher Meinungen. Nur im offenen Dialog, so seine Überzeugung, können Positionen sichtbar gemacht, eingeordnet und kritisch hinterfragt werden – ein Schweigen oder Ausblenden hingegen trage nicht dazu bei, gesellschaftliche Herausforderungen zu bewältigen.

Starkes Zeichen für politische Bildung

Begleitet wurde die Veranstaltung von Vertreterinnen und Vertretern des Gymnasiums St. Ursula sowie des Caritasverbandes Heinsberg. Die Begrüßung übernahmen Lehrer Sebastian Tschakert und Gemeindesozialarbeiterin Mechtild Bose. Seitens der Schule waren zudem Schulleiter Jürgen Pallaske sowie weitere Lehrerinnen und Lehrer anwesend. Den Caritasverband vertraten Vorstand Ulrich Paus und Judith Anlauf. Initiiert worden war die Veranstaltung von Mechtild Bose in Zusammenarbeit mit dem Gymnasium.

Demokratie beginnt im Gespräch

Am Ende blieb kein fertiges Fazit – sondern etwas Wertvolleres: viele neue Gedanken, offene Fragen und die Erfahrung, dass Diskussion möglich ist, auch wenn Meinungen auseinandergehen.

Die Veranstaltung zeigte eindrucksvoll:
Demokratie entsteht dort, wo Menschen bereit sind zuzuhören, zu widersprechen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen.

Zur Person: Jürgen Wiebicke

Jürgen Wiebicke ist Journalist, Autor und Moderator beim Westdeutschen Rundfunk (WDR). Bekannt ist er unter anderem durch die Radiosendung „Das philosophische Radio“, in der er gesellschaftliche und ethische Fragen verständlich und nahbar diskutiert.

In seinen Büchern setzt er sich intensiv mit Demokratie, gesellschaftlichem Zusammenhalt und der Verantwortung des Einzelnen auseinander. Mit seinem Werk „Zehn Regeln für Demokratie-Retter“ ermutigt er dazu, demokratische Werte im Alltag aktiv zu leben und zu verteidigen.

Bildunterschrift:

Demokratie im Dialog: Ines Philipen, Elisabeth Anlauf, Nila Küppers und Paula Philipen, Schülerinnen der Jahrgangsstufe 10 des Gymnasiums St. Ursula, gestalteten gemeinsam mit Autor Jürgen Wiebicke eine lebhafte Diskussion über gesellschaftliche Verantwortung und demokratische Werte. Auf dem Bild (v. l.): Schulleiter Jürgen Pallaske, Lehrer Sebastian Tschakert, Mechtild Bose, Jürgen Wiebicke, Ulrich Paus, Judith Anlauf, Sylke Kreyes vom Caritasverband sowie die vier moderierenden Schülerinnen.

Ein besonderer Workshop für die Mitarbeitenden der Abteilung Gefährdete & behinderte Menschen des Caritasverbandes Heinsberg fand kürzlich im Sozialpsychiatrischen Zentrum (SPZ) in Heinsberg statt. Im Mittelpunkt stand das Thema Borderline – vermittelt aus einer Perspektive, die im fachlichen Kontext besonders wertvoll ist: der direkten Erfahrung einer Betroffenen.

Ein besonderer Workshop für die Mitarbeitenden der Abteilung Gefährdete & behinderte Menschen des Caritasverbandes Heinsberg fand kürzlich im Sozialpsychiatrischen Zentrum (SPZ) in Heinsberg statt. Im Mittelpunkt stand das Thema Borderline – vermittelt aus einer Perspektive, die im fachlichen Kontext besonders wertvoll ist: der direkten Erfahrung einer Betroffenen.

Geleitet wurde der Workshop von der Autorin Michelle Müller-Nagy, die in ihrer Arbeit autobiografisch über emotionale Abhängigkeit, Borderline-Störung, Sucht und Suizidalität schreibt. Mit großer Offenheit teilte sie ihre persönlichen Erfahrungen und ermöglichte so einen authentischen Zugang zu einer komplexen psychischen Erkrankung, die in der täglichen Arbeit vieler Mitarbeitenden eine wichtige Rolle spielt.

Die Borderline-Persönlichkeitsstörung ist geprägt von intensiven Emotionen, innerer Instabilität und häufig herausfordernden Beziehungsmustern. Umso wichtiger ist ein tiefes Verständnis für die Lebensrealität der Betroffenen. Genau hier setzte der Workshop an: Durch eindrucksvolle persönliche Einblicke wurde theoretisches Wissen greifbar und um eine menschliche Dimension erweitert.

Im Verlauf der Veranstaltung entwickelte sich ein lebendiger und vertrauensvoller Austausch. Die Mitarbeitenden nutzten die Gelegenheit, Fragen zu stellen, eigene Erfahrungen einzubringen und gemeinsam über den professionellen Umgang mit herausfordernden Situationen zu reflektieren. Das große Interesse und die aktive Beteiligung unterstrichen die Relevanz des Themas für die tägliche Arbeit.

Die Rückmeldungen im Anschluss waren durchweg positiv. Besonders hervorgehoben wurde die ehrliche und zugewandte Art der Referentin, die es ermöglichte, auch sensible Themen offen anzusprechen. Viele Teilnehmende nahmen wertvolle Impulse für ihre Arbeit mit – insbesondere im Hinblick auf mehr Verständnis, Sensibilität und Sicherheit im Umgang mit Betroffenen.

Der Workshop wurde insgesamt als sehr bereichernd und gelungen bewertet. Er zeigte eindrucksvoll, wie wichtig es ist, fachliche Perspektiven mit persönlichen Erfahrungen zu verbinden, um ein ganzheitliches Verständnis für psychische Erkrankungen zu fördern.

Infobox: Zur Person

Michelle Müller-Nagy

  • Geboren: 1995 in Erfurt
  • Autorin mit autobiografischem Schwerpunkt
  • Thematisiert in ihren Büchern u. a. Borderline-Störung, Sucht und Suizidalität
  • Bringt persönliche Erfahrungen aktiv in Aufklärungsarbeit und Workshops ein

Ihr Anliegen ist es, Einblicke in die Lebenswelt von Betroffenen zu geben, Verständnis zu fördern und zur Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen beizutragen.