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Jeder Abschied ist die Geburt einer Erinnerung: Emotionale Verabschiedung von Frau „Knopfloch“ nach 28 Jahren Caritas-Arbeit!

Es war ein feierlicher Anlass, aber spürbar mit einer guten Portion Wehmut verbunden. Wehmut, weil eine besondere Kollegin verabschiedet wurde. Judith Anlauf – Leiterin der Abteilung „Gefährdete & behinderte Menschen“ - brachte die Atmosphäre in den Räumlichkeiten der Kontakt- und Beratungsstelle in Erkelenz an diesem Tag auf den Punkt: „Jeder Abschied ist die Geburt einer Erinnerung. Wir alle beim Caritasverband Heinsberg haben jetzt schon sehr viele ihrer Meilensteine fest in unseren Erinnerungen verankert. Caritas lebt von Menschen wie Ihnen, liebe Frau Hoevel-Haberland. Es war mir eine Ehre, mit Ihnen zusammen zu arbeiten, vielen Dank dafür.“

Anschließend gab es eine berührende Dankesrede der Leiterin des Sozialpsychiatrischen Zentrums, Astrid Werny. „Brigitte Hoevel-Haberland hat die Kontakt- und Beratungsstelle Erkelenz aufgebaut. Sie war lange Zeit die erste und einzige Mitarbeiterin vor Ort. Von Anfang an hat sie immer schon innovative und kreative Projekte durchgeführt. Wenn der Name Brigitte Hoevel-Haberland aber fällt, kommen nach der Kontakt- und Beratungsstelle Erkelenz anschließend direkt das Knopfloch und der Fundus.

In den letzten 15 Jahren hat Frau Hoevel-Haberland sich mit herausragendem Engagement und ungemein viel Leidenschaft ihren zwei Herzensprojekten gewidmet, dem Second-Hand-Laden Knopfloch und dem dazugehörigen Fundus. Astrid Werny betonte, dass „sie in unendlicher vieler Kleinarbeit das Knopfloch und den Fundus zu dem gemacht hat, was es heute ist. Knopfloch und Fundus gehören zu Erkelenz wie das Rathaus. Brigitte Hoevel-Haberland hat beides bekannt gemacht und in Erkelenz etabliert. Beides steht mehr denn je nach dem Umzug auf den Johannismarkt auf einem sehr guten Fundament“.

Das Knopfloch und der Fundus ist ein tagesstrukturierendes Angebot der Kontakt- und Beratungsstelle, kurz KBS genannt. Hier arbeiten die Besucher*innen der KBS im Second-Hand-Laden “Knopfloch“ und sind als Verkäufer*innen eingesetzt. Im „Fundus“ werden die Kleiderspenden gewaschen, gebügelt und sortiert. In beiden Einrichtungen hat Brigitte Hoevel-Haberland für die vielen Besucher*innen der Kontakt- und Beratungsstelle Angebote geschaffen, die passgenau sind. Die einen mögen es, im Vordergrund zu sein und beispielsweise im Verkauf tätig zu sein. Die anderen arbeiten lieber im Hintergrund, was im Fundus wunderbar möglich ist. All das ist sinnvolles und nachhaltiges Tun. Und Nachhaltigkeit war schon vor 15 Jahren ein wichtiges und gelebtes Thema im Knopfloch und Fundus.

Astrid Werny zitierte einige O-Töne von Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die zeigen, wie bedeutend und wertvoll die Arbeit im Knopfloch und Fundus ist:
„Meine Arbeit ist das größte Geschenk der Welt für mich, weil das Knopfloch etwas geschafft hat, was alle anderen – Psychiater oder Psychologen - nicht geschafft haben: Das es mir heutzutage so gut geht!“
„Eine Aufgabe zu haben, Kontakte mit Menschen und auch ein bisschen Anerkennung.“
„Im Fundus kann ich noch etwas machen. Hier vergesse ich meine Probleme und Schmerzen. Hier werde ich gebraucht und es ist interessant mit den anderen Leuten. Es bedeutet Spaß, Beschäftigung und Anerkennung für mich.“

Astrid Werny betonte, dass hier die Partizipation und Inklusion vollumfänglich umgesetzt wird. „Eine gute KBS-Arbeit setzt ein gut laufendes und etabliertes Knopfloch und Fundus voraus und das liebe Brigitte Hoevel-Haberland, hast Du geleistet. Dabei wurden aber auch Dinge stets kritisch in den Blick genommen“, fügt sie augenzwinkernd an.

Brigitte Hoevel-Haberland war in fast drei Jahrzehnten immer sehr nah an den Bedürfnissen der Besucher*innen der KBS. Sie war immer auf der Suche nach neuen und guten Angeboten, beispielsweise hat sie für die Etablierung einer interkulturellen „Nähwerkstatt“ in der Kontakt- und Beratungsstelle Erkelenz gesorgt. Die Nähwerkstatt gehört mittlerweile zu den sehr gern genutzten Angeboten. Interkulturalität und Vielfalt waren ihr durchweg besonders wichtig. Astrid Werny dankte am Ende ihrer Rede für 28 Jahre Arbeit voller guter und sinnvoller Projekte, die Brigitte Hoevel-Haberland entwickelt, begleitet und unterstützt hat. „Ich kann sie nicht alle aufzählen. Sicher ist aber, dass hier in der KBS einige Denkmäler von Brigitte stehen“.

Viele Weggefährtinnen und Weggefährten waren vor Ort und feierten gemeinsam den Abschied von Frau „Knopfloch“. Alle wollten sich ganz persönlich für die gemeinsame Zeit bedanken!

Brigitte Hoevel-Haberland selbst zeigte sich sichtlich gerührt: "Ich möchte mich bei allen Menschen bedanken, die mit mir meinen Weg gemeinsam gegangen sind. Ich blicke auf eine ereignisreiche und sinnerfüllte Arbeit zurück und dafür bin ich sehr dankbar“.

Mit der Diplom-Psychologin Frau Sandra Vrijaldenhoven wurde eine kompetente, berufserfahrene Nachfolgerin gefunden. Sie wird die Aufgaben der KBS mit den vielen verschiedenen Projekten sicherlich mit genau so viel Engagement und Herzblut leiten. Zum Start wünschen wir ihr alles Gute.

Bildunterschrift: Brigitte Hoevel Haberland (mit Blumenstrauß) wurde von Kolleginnen und Kollegen feierlich in den Ruhestand verabschied. Abteilungsleiterin Judith Anlauf (links), Astrid Werny (Leiterin des Sozialpsychiatrischen Zentrums SPZ, 3. von links) bedankten sich gemeinsam mit Marion Peters und Gottfried Küppers (beide Vorstand des Caritasverbandes Heinsberg) für 28 Jahre Caritas-Arbeit.