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Familienpaten: Hilfe im Alltag, wenn alles zu viel wird!

Für viele Paare ist es der schönste Moment überhaupt, wenn ihr Baby das Licht der Welt erblickt hat und sich bester Gesundheit erfreut. Diese kostbare Erfahrung wird auch nicht dadurch geschmälert, dass die kommenden Jahre – bei aller Liebe für das neue Leben – viel Kraft kosten. Den Alltag mit kleinen Kindern zu meistern, ist für junge Eltern eine echte Herausforderung. Oft stellen sich Mütter und Väter die Frage: Wie soll ich das alles nur schaffen? Damit im Familientrubel das Leben dennoch in der Balance bleibt, vermittelt der Caritasverband für die Region Heinsberg ehrenamtliche Familienpaten.

Ob es um Arztbesuche geht, Einkäufe, Behördengänge oder einfach nur den kindgerechten Umgang mit dem Nachwuchs, Rea Jansen ist immer mit Rat und Tat zur Stelle, wenn sie gebraucht wird. Seit dem Sommer 2021 ist die pensionierte Erzieherin als Familienpatin im Einsatz – und hat diese Entscheidung nie bereut. Der persönliche Kontakt mit den Kindern ist auch emotional sehr wertvoll für mich“, sagt die 66-Jährige, die rund 30 Jahre die städtische integrative Kindertagesstätte in Oberbruch geleitet hat. Rea Jansen ist sozusagen vom Fach, aber das ist gar nicht nötig, wenn man Familienpate werden möchte, wie Stella Ottenburger, die Leiterin der ambulanten Caritas-Jugendhilfe, erklärt. Willkommen sind der Caritas alle Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren möchten, zuverlässig sind und ein paar Stunden Zeit in der Woche zu verschenken haben.

„Wir können dieses Angebot nur dann aufrechterhalten, wenn wir über genügend engagierte Paten verfügen“, weiß Stella Ottenburger. Kreisweit engagieren sich im Moment 21 Frauen, männliche Paten sind seit dem Start des Angebotes im Jahr 2006 die absolute Ausnahme und durchaus begehrt. „Es wäre wünschenswert, auch Männer dafür begeistern zu können“, so die Leiterin der ambulanten Caritas-Jugendhilfe. Wichtig sei auch die enge Zusammenarbeit mit den Kooperationspartnern im Kreis Heinsberg, darunter die Geburtstationen der Krankenhäuser, niedergelassene Kinderärzte, Hebammen, Jugendämter und Beratungsstellen für Familien oder Familienzentren und Kindertageseinrichtungen.

Die konkrete Arbeit der ehrenamtlichen Patinnen ist so unterschiedlich wie die Familien, die sie besuchen. Patentrezepte oder Lösungen nach „Schema F“ gibt es nicht, im Mittelpunkt stehen stattdessen die individuellen Bedürfnisse der Familienmitglieder. Ziel ist es auch nicht, die Familien zu verändern, sondern lebenspraktische Hilfestellungen zu geben. Familienpatin Rea Jansen fasst das so zusammen: „Was möchte die Familien und wie schaffe ich es, Vertrauen aufzubauen?“ Dabei komme es vor allem darauf an, „wertschätzend, wohlwollend und lösungsorientiert“ aufzutreten. Und natürlich bedürfe es auch der Empathie. Die Familienpatin betreut zurzeit eine junge Familie mit drei Kindern. Besonders die Zwillinge im Kleinkindalter erfordern die ganze Aufmerksamkeit der Mutter, während der Vater tagsüber arbeitet. „Es fängt schon damit an, die Kindersitze im Auto zu installieren oder mit einem Doppelbuggy in die Kinderarztpraxis zu kommen.“

Oft sei es schon eine große Hilfe, wenn sie es der Mutter durch ihre Anwesenheit ermögliche, in Ruhe eine Mahlzeit vorzubereiten oder Rückbildungsgymnastik zu betreiben. „Mir macht es Spaß und den Familien tut es gut, sagt Rea Jansen. Sie weiß: „Als Mutter muss man glücklich sein, um alles richtig zu machen.“ Die Caritas lässt die Familienpaten mit ihrer Arbeit nicht allein: Bevor sie in die Familien gehen, steht zunächst eine zwölfstündige Schulung an, in dem die Ehrenamtler mit Inhalten etwa zur systemischen Beratung vertraut gemacht werden. Das Credo dabei lautet: „Wir sehen nicht das Problem, wir suchen nach einer Lösung“, sagt Bernadett Lauenroth als Koordinatorin der Caritas für die Familienpaten. Regelmäßig gibt es zudem Gesprächsrunden, in denen sich die Paten austauschen können.

Wer daran interessiert ist, als Patin oder Pate aktiv zu werden, kann mit der Caritas-Jugendhilfe in Kontakt treten, telefonisch unter 02452 – 919293 oder per E-Mail an caritas-jugendhilfe-hs@caritas-hs.de

(Quelle: https://rp-online.de/leben/gesundheit/schwangerschaft/familienpaten-im-erkelenzer-land-hilfe-im-alltag-wenn-alles-zu-viel-wird_aid-66099321)