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Aktuelles

Ehrenamtliche Familienpaten*innen dringend gesucht –Ambulante Caritas-Jugendhilfe ruft zur Unterstützung von Familien auf

„Wir suchen Menschen, die Zeit haben, sich als Familienpaten*innen zu engagieren.“ Dazu rufen Laura Möller und Inga Reimann von der ambulanten Jugendhilfe des Caritasverbandes für die Region Heinsberg auf. Gleichzeitig möchten sie sich als Koordinatorinnen der ehrenamtlichen Familienpatenschaften vorstellen.

Der Aufruf ist dringend, gibt es doch seit dem Sommer zahlreiche Anfragen von Familien. Konkret warten derzeit zehn Familien darauf, Unterstützung durch ehrenamtliche Paten*innnen zu erhalten. Die Zahl der Anfragen hat sich auch deshalb vergrößert, weil die Konzeption verändert wurde. „Galt früher das Angebot für Familien oder Alleinerziehende mit Kindern im Alter von null bis drei Jahren, so haben wir es in Zusammenarbeit mit den Jugendämtern des Kreises Heinsberg den Bedürfnissen angepasst und das auf Kinder von null bis zwölf Jahre erweitert“, erklärt Inga Reimann. Zudem hätten einige ehrenamtliche Paten*innen in der Zeit der Corona-Pandemie aufgehört.

Wie beide Koordinatorinnen betonen, gehe es bei den Familienpatenschaften darum, in Belastungssituationen Unterstützung zu leisten und einer Überforderung von Eltern vorzubeugen. Die ehrenamtlich geschulten Paten*innen leisten Unterstützung im Alltag und begleiten zum Beispiel zum Kinderarzt und zu Behörden. Die Aufgabe bei den älteren Kindern liegt oftmals in der schulischen Begleitung und Hausaufgabenbetreuung. Als Beispiel nennt Inga Reimann eine Frau, die nach Zwillingen noch ein drittes Kind bekommen hat, der Vater beruflich viel unterwegs war und es kein Netzwerk im Umfeld gab, um sie zu entlasten, damit sie beispielsweise in Ruhe einkaufen gehen konnte. „Wir haben dann eine passende Patin gefunden, die sie auch im Haushalt unterstützte“, erzählt sie. Sie erinnere sich auch an eine Familie, die aus beruflichen Gründen umziehen musste und ihr bisheriges Netzwerk verlor. Auch hier sei es zu einer Patenschaft gekommen. „Mitunter werden die Familienpaten*innen zur Ersatzoma oder zum Ersatzopa, weiß Laura Möller. Viele ähnliche Beispiele könne sie noch anbringen. Denn gerade heute seien oft die Großeltern, die früher zur Entlastung einsprangen, weit entfernt. Zudem hätten sich die Familienstrukturen verändert. Auch die Corona-Pandemie habe ihre Spuren hinterlassen. Es gebe viele Familien, die an ihre psychischen Belastungsgrenzen gekommen seien.

Wichtig ist Inga Reimann und Laura Möller, dass die Paten*innen zu den Familien passen. Interessenten für eine Familienpatenschaft können sich bei ihnen melden. Es wird dann ein Termin für ein individuelles Gespräch, das in der Regel im Zuhause der möglichen Paten*innen stattfindet, abgesprochen. Bei diesem geht es darum, das Konzept der Familienpatenschaften vorzustellen und herauszufinden, welche Vorstellungen man selber hat. „Wenn dann die Entscheidung gefallen ist, Familienpaten*innen zu werden, schauen wir welche Familie passt“, so Möller. Dann gebe es eine sogenannte Probephase von etwa sechs Wochen. „Nach dieser melden wir uns, um zu schauen, ob zwischen den Familien und Paten*innen die Chemie stimmt.“  

Wer eine Familienpatenschaft übernehmen will, müsse einige Voraussetzungen erfüllen, betonen die Koordinatorinnen. So sollten die angehenden ehrenamtlichen Paten*innen mindestens zwei/drei Stunden pro Woche Zeit für die Familien haben, offen im Umgang mit Menschen, tolerant und unvoreingenommen sein. „Die genauen zeitlichen Absprachen treffen die Paten*innen mit den Familien“, unterstreicht Laura Möller. Zudem wird ein erweitertes Führungszeugnis benötigt, und die Bereitschaft muss bestehen, im Laufe der Patenschaft zeitnah an einer Präventionsschulung gegen sexualisierte Gewalt teilzunehmen.
Damit die Familienpaten*innen ihre Aufgabe gut wahrnehmen können, werden sie mit einer weiteren Schulung, für die auch ein Zertifikat ausgestellt wird, „fit“ gemacht, erklärt Möller. Diese findet in der Regel an einem Freitagnachmittag und Samstagmorgen statt. „Wir sind aber auch flexibel, wenn aus beruflichen Gründen die Teilnahme an den Tagen nicht möglich ist“, unterstreicht Inga Reimann. Ein Mal im Monat findet ein Austauschtreffen (jeden ersten Mittwoch in Erkelenz um 15 Uhr und jeden ersten Montag in Heinsberg um 14.30 Uhr) statt. „Die Teilnahme ist von uns erwünscht, da man hier Fragen besprechen sowie schwierige Situation reflektieren kann.“ Angeboten werden ab dem nächsten Jahr zudem Fortbildungen. Und alle Paten*innen treffen sich zu einer Weihnachtsfeier unter Einhaltung der aktuellen Hygienevorschriften. Für den nächsten Sommer ist zudem ein Picknick mit den Familien und ihren Paten*innen an einem Spielplatz geplant.

Info
Gesucht werden Menschen, die ehrenamtlich eine Familienpatenschaft übernehmen wollen. Jeder, der Interesse und zwei/drei Stunden Zeit in der Woche hat, kann sich melden und ein unverbindliches Infogespräch vereinbaren. Kontakt: Inga Reimann, Telefon 0159 06389546, i.reimann@caritas-hs.de (für Erkelenz, Wassenberg, Hückelhoven, Wegberg); Laura Möller, Telefon 0176 84913632, l.moeller@caritas-hs.de (für Heinsberg, Geilenkirchen, Übach-Palenberg, Gangelt, Selfkant, Waldfeucht).

BU: Laura Möller (l.), zuständig für den Südkreis, und Inga Reimann (r.), zuständig für den Nordkreis, sind die neuen Koordinatorinnen der Familienpatenschaften der Caritas-Jugendhilfe.