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Überwältigende Teilnahme an der Solidaritätsaktion „Eine Million Sterne“ auf dem Marktplatz Heinsberg

 – Caritasverband setzte ein Zeichen für eine gerechtere Welt

Der Marktplatz Heinsberg verwandelt in ein Lichtermeer von 500 entzündeten Kerzen in Form eines Caritaskreuzes. So hatten es die Organisatoren des Caritasverbandes für die Region Heinsberg für die Aktion „Eine Million Sterne“, an der sich der Verband zum ersten Mal beteiligte, geplant – doch der Wind pustete die Kerzen immer wieder aus. Es zeigte sich, dass die rund 400 teilnehmenden Menschen Solidarität ernst nehmen. Denn nicht nur, dass sie die Aktion durch ihr Kommen unterstützen wollten, Klein und Groß, ausgestattet mit Feuerzeugen, versuchten immer wieder die Kerzen zum Leuchten zu bringen.

Dies und das Zusammensein schweißte die Teilnehmer zusammen. Setzten sie alle doch gemeinsam ein Zeichen der Solidarität mit und für Menschen in Not in Deutschland und weltweit und damit „für eine gerechtere Welt“. Familien, Freunde, Kinder und Eltern trafen sich, plauderten miteinander, sahen interessiert dem Rahmenprogramm zu, ließen sich Glühwein, warmen Kakao und Grillwurstbrötchen schmecken und genossen die ganz besondere Atmosphäre, die auf dem Markt herrschte. „Ich freue mich, dass so viele den Weg zu uns gefunden haben“, sagte Gottfried Küppers, Vorstand Caritasverband, der auf einer großen Bühne stand, mit Blick auf die Menschenmenge. Die Solidaritätsaktion „Eine Million Sterne für eine gerechtere Welt“, veranstalte Caritas International bundesweit seit 2007 an 80 Orten. „Wir haben uns lange bemüht, die Veranstaltung hier stattfinden zu lassen und mit vielen Kerzen ein Zeichen gegen Ausgrenzung und gegen Armut zu setzen“, so Küppers. Unter dem Motto „Eine Million Sterne und einer für Dich!“ wolle man mit den hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeitern des Caritasverbandes, die sich tagtäglich in der Flüchtlingsarbeit einsetzen, Solidarität zeigen. Blick bei der diesjährigen Solidaritätsaktion werde auf das Land Jordanien und die Hilfen der Caritas Jordanien gelenkt.

Was Jordanien für ein Land ist und welche Aufgaben die Caritas Jordanien hat, dies stellten die Caritas-Gemeindesozialarbeiterinnen Martina Zantis und Judith Preis mit einer Frage-Antwort-Runde vor. Sie hoben unter anderem hervor, das seit 2011 1,3 Millionen syrische Flüchtlinge nach Jordanien kamen, jeder fünfte Einwohner hier ein Flüchtling ist, Ende 2017 fast jeder fünfte keine Job hatte und sich die Caritas Jordanien und Caritas international für die Menschen vor Ort einsetzen. Die Caritas Jordanien kümmert sich um die Grundversorgung der Menschen, die Mietbeihilfen, um den Gesundheitsbereich und Bildungsangebote für Familien. Caritas-Gemeindesozialarbeiterin Mechthild Bose dagegen lenkte den Blick auf die regionalen Angebote seitens des Caritasverbandes in der Flüchtlingsarbeit wie Sprachkurse, Flüchtlingspaten, das Flüchtlingshilfnetzwerk und die Flüchtlingsseelsorge. Ihre Kollegin Nicole Abels ließ die Betroffenen unter den Flüchtlingen selbst zu Wort kommen. Sie verlas die bewegende Fluchtgeschichte von Salomon aus Eritrea, der heute im Ruhrgebiet mit Frau und Kind lebt in der Hoffnung auf eine Zukunft in Deutschland. Diman Sohrabi aus Kurdistan trat selber ans Mikrophon, um weniger über die schlechten Dinge, die sie im kurdischen Teil des Iran erlebte und ihre Flüchtlingsgeschichte, berührend zu sprechen, sondern mehr über ihre Hoffnungen, eine Stelle als Journalistin zu finden, Frieden in ihrer Heimat und das weltweite Ende aller Kriege. Zwischen allen Beiträgen trat der Chor „Li(e)dschatten“ unter der Leitung von Luc Nelissen auf. Abschließend dankte Hermann-Josef Ronkartz, Leiter der Abteilung gefährdete und behinderte Menschen sowie Gemeindedienste, allen Helfern, dem Vorbereitungsteam, den Kollegen, der Stadt Heinsberg und der NEW für den Bühnenwagen, vor allem aber den vielen Besuchern. „Durch ihren Besuch  hier bei uns zeigen Sie Solidarität mit dem Anliegen von Caritas International für eine gerechtere Welt, auch hier bei uns in der Region Heinsberg. Dass Sie so zahlreich gekommen sind, überwältigt uns zutiefst.“

BU: Der Marktplatz Heinsberg war ein Lichtermeer.