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Neue Abteilungsleiterin besticht durch Empathie, feste Werte und dem Spagat zwischen Altbewährtem und neuen Wegen: Ich möchte immer für eine gute Qualität in der pädagogischen Arbeit stehen!

„Mein Ziel ist es immer, die Lebensqualität von Familien zu verbessern und Perspektiven zu vermitteln“ eröffnet Marianne Hiol das Gespräch. Die gebürtige Kölnerin ist 49 Jahre alt, geschieden und hat einen Sohn, mit dem sie gemeinsam in Bergisch Gladbach lebt. Seit Februar hat Marianne Hiol nun aber noch ein zweites Zuhause, und zwar in Heinsberg-Kirchhoven.

Nach ihrem Diplom-Pädagogik-Studium in Köln mit dem Schwerpunkt „Sprachheil-Pädagogik“ begann ihre berufliche Laufbahn in einem Sprachheilkindergarten in Trägerschaft des Caritasverbandes für die Stadt Köln e.V.
Als Sprachheilpädagogin den Sprachentwicklungsstand zu diagnostizieren, die Sprachentwicklungsverzögerungen/-störungen zu therapieren, sowie die Eltern in ihren Kompetenzen zu stärken, waren die Schwerpunkte ihrer Arbeit. Die Sprachentwicklung beinhaltet ein weites Spektrum wie Artikulation, Grammatik, Sprachverständnis und Wortschatz sowie die Myofunktionelle Therapie.

Nach einigen Jahren gab es dann einen Wechsel zum Frühförderzentrum, zugehörig dem Caritasverband für den Rheinisch-Bergischen Kreis. Auch dort arbeitete sie ebenfalls als Sprachtherapeutin. Im Frühförderzentrum betreut man Kinder von Geburt an bis zur Einschulung. In einem interdisziplinären Team arbeitete Marianne Hiol mit den Kindern auf therapeutischer sowie heilpädagogischer Ebene.

Ihre Aufgaben waren die Diagnostik, Therapie und Elternberatung bei den von ihr zu betreuenden Kindern. Parallel dazu begann sie berufsbegleitend zwei Ausbildungen: eine „ Klientenzentrierte Gesprächsführung nach Carl Rogers“ und darauf aufbauend eine Ausbildung für „Partnerschafts-, Familien- und Lebensberatung“. Die Beratungsarbeit hat ihr ungeheuer viel Spaß bereitet, so dass es kein Zufall war, dass sie irgendwann einen zweiten Verantwortungsbereich übernahm in Form der Kurberatung für Mütter und Väter. Die folgenden acht Jahre dort waren eine sehr prägende Zeit, auch durch die intensive Zusammenarbeit mit internen sowie externen Einrichtungen. „Das Gesamte im Blick zu haben, das Netzwerk auch von oben zu betrachten war dabei eine ganz besonders wichtige Erfahrung“ beschreibt sie diese Zeit. Im Jahr 2015 kam Marianne Hiol zu der für sie doch ganz neuen Situation, komplett eine Leitungsposition zu übernehmen. Der Sohn war nun in einem Alter, der das aus rein privater Sicht erlaubte und „neue Energien im beruflichen Sinne frei lassen und mich noch einmal ausprobieren und weiterentwickeln“ waren die Kriterien bei dieser Entscheidung. Die Leitung einer Kindertagesstätte mit u.a. der einzigen heilpädagogischen Gruppe im gesamten Rheinisch Bergischen Kreis war dann ihr neues Arbeitsfeld. In dieser Gruppe gab es Kinder mit klassischen Behinderungen, schwerstmehrfach-behinderte Kinder und Kinder, die nur ganz wenig Reize ertragen können und deshalb in einer kleinen Gruppe untergebracht sind.

Die Chefin von einem Team mit 19 hochmotivierten Mitarbeitern zu sein bereitete ihr viel Freude, es war eine „sowohl fachlich als auch menschlich sehr wertvolle Zeit“ erläutert Marianne Hiol. Besonders war, dass es bei der Caritas-Einrichtung nie darum ging, Kinder „nur irgendwie zu betreuen, sondern immer der Anspruch vorhanden war, Werte und Bildung auf partizipativem Weg zu vermitteln. Das Team hatte sich auf die Fahne geschrieben, ganz speziell für Kinder da zu sein, die besondere Unterstützung brauchen und in anderen Einrichtungen abgelehnt worden sind. Gute Betreuung für die Kinder sowie für die Eltern war tagtäglich der Anspruch.“

Obwohl diese Zeit sehr schön war, hatte Marianne Hiol irgendwann dann doch das Bedürfnis, wieder etwas Neues und dann auch etwas „Größeres“ zu versuchen. Dass es ausgerechnet der Caritasverband für die Region Heinsberg e.V. wurde, war doch ein Zufall. Dem Sohn zuliebe war es eigentlich nie eine Option, weit außerhalb des Zuhauses zu arbeiten. Bei der Suche nach einer geeigneten Stelle stieß sie dann auf die Anzeige für die Abteilungsleitung in Heinsberg. Inhalt und Aussage der Stellenanzeige sprachen sie sofort an und nach einiger Überlegung bewarb sie sich einfach. Prompt wurde sie zum Gespräch eingeladen und schon auf dem Heimweg war ihr sofort klar, dass sie diese Stelle gerne haben möchte. “Eine warme Atmosphäre, wie ich sie selten erlebt habe. Mein Bauchgefühl gab mir sofort zu verstehen, dass ich hier richtig bin“ erläutert Marianne Hiol. „Glücklicherweise wurde ich ein zweites Mal eingeladen“ freut sie sich immer noch. Dieses Mal begleitete ihr Sohn sie nach Heinsberg und als die beiden sich danach auf den Heimweg machten, rief schon Herr Küppers auf ihrem Handy an und verkündete, dass sie „die Auserkorene“ sei. „Ein unglaubliches Gefühl, ich wusste sofort, dass ich hundertprozentig hinter den Angeboten dieser Abteilung stehen werde“ beschreibt Marianne Hiol diesen Moment.

Im Vorfeld hat sie sich natürlich auf der Website genau angeschaut, welche Einrichtungen und Angebote zu der Abteilung „Familie, Kinder & Jugend“ gehören und damit konnte sie sich auf Anhieb identifizieren. „Selten gibt es Verbände mit einer so gewaltigen Bandbreite an Angeboten für Familien, die auf Unterstützung angewiesen sind und daran zukünftig mitarbeiten zu können, ist eine großartige Aufgabe und gleichzeitig auch eine riesige Herausforderung. Unsere Einrichtungen bieten vielfältige Angebote, welche Kindern, Jugendlichen und Eltern in schwierigen Situationen ermöglichen, einen gänzlich anderen Blickwinkel zu erhalten und sich dadurch neu zu orientieren“ ist sie überzeugt.

Die Gestaltung ihres Alltags ist es erst einmal, die Vielfalt zu überblicken. „Die Erweiterung der Schulwerkstätten wird ein Thema sein genau wie die Neugestaltung der räumlichen Situation einzelner Wohngruppen.
Niemals möchte ich für ein Angebot verantwortlich sein, bei dem wir Kinder oder Jugendliche nur verwahren. Mein Anspruch ist immer die bestmögliche Form von Bildung und Förderung, von Bindung und Zuwendung! Das Thema der Zukunft wird aber sicherlich auch Personalgewinnung und Personalbindung sein. Eine Herausforderung für den gesamten Verband.

Abschließend ist es Marianne Hiol noch wichtig, dass sie sich als Teil des Gesamten begreift und für sie Teamarbeit die Basis jeglichen Erfolges ist. Eine isolierte Rolle als Leitung sei ihr fremd. Passend zum Slogan des Verbandes: "Gemeinsam für die Region Heinsberg.“