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Nach 40 Jahren sagt ein Caritas-Urgestein „tschüss“

Visionär, Reformer, Netzwerker, Chef und Mensch

Viele der geladenen Gäste waren gekommen, um sich persönlich von einem Caritas-Mann erster Stunde zu verabschieden. Die meisten haben über viele Jahre eng mit Karl-Ernst Dahmen, Leiter der Abteilung „Familie, Kinder & Jugend“ beim Caritasverband für die Region Heinsberg e.V. gearbeitet. Ein wenig Wehmut ist zu spüren bei den Kollegen, Mitarbeitern und Weggefährten.  Ein gemeinsamer Weg über viele Jahre verbindet nun einmal.

„In seiner gesamten Laufbahn war für Karl-Ernst Dahmen, Leiter der Abteilung „Familie, Kinder & Jugend“ beim Caritasverband für die Region Heinsberg e.V., der Beruf eigentlich Berufung, sein Wirken ein Stück Lebenswerk. Sein Name ist im Kreis Heinsberg und darüber hinaus untrennbar mit der Heimerziehung des Caritasverbandes verknüpft“ eröffnete Martin Fester, Leiter der Einrichtung „Jugend & Wohnen“ seine Laudatio zu Ehren seines langjährigen Abteilungsleiters.

Im Jahr 1979 trat Karl-Ernst Dahmen seinen Dienst in der Heimerziehung in Dalheim an. Das Thema „Die Zukunft der Jugendhilfe im Kreis Heinsberg“  beschäftigte zu dieser Zeit die Jugendhilfe beim Caritasverband. Auch aktuell ist das immer noch ein großes Thema. Drei Jahre später übernahm Karl-Ernst Dahmen die Heimleitung des Kinderdorfes Dalheim und fünf Jahre später folgte die Gesamtleitung des Bereichs der Heimerziehung.
Gottfried Küppers, Vorstand des Caritasverbandes für die Region Heinsberg e.V., fasste die herausragenden Ereignisse der vierzigjährigen Laufbahn zusammen: „In einer so langen Karriere gibt es unzählige Geschichten zu erzählen, aber immer auch einige Eckpfeiler. Ereignisse, die besonders in Erinnerung bleiben werden. Bei Karl-Ernst Dahmen waren das sicher der Zusammenschluss des Kinderdorfes St. Josef und dem Jugendhof Franziska Schervier zum Heimverbund Region Heinsberg. Als erste Einrichtung beantragt der Heimverbund dann die Finanzierung nach dem neuen Entgeltverfahren (differenzierte Entgelte) und nimmt Landesweit somit eine Vorreiterrolle ein. Die Palette der Angebote vergrößerte und entwickelte sich ständig und reichte von Intensivangeboten über Regelangebotenhin bis zu Verselbständigungsformen. Auch die Übernahme der Jugendwerkstatt und anschließende Gründung der Schulwerkstatt waren sicher ein Highlight in der Laufbahn von Karl-Ernst Dahmen.“

Mit ein wenig Stolz erklärt Gottfried Küppers in seiner Festrede weiter: „Als erste kath. Einrichtung der stationären Kinder- und Jugendhilfe in der Region Aachen erhält der Heimverbund für sein Qualitätsmanagement das Zertifikat nach DIN ISO 9001 im Jahr 2002. Dieses Qualitätsmanagement war von der Entwicklung bis zur Umsetzung ein „Kind“ von Herrn Dahmen.“

Einen großen Umbruch gab es kurz Zeit später. Aus der früheren Abteilung „Jugendhilfe“ wird die Abteilung „Kinder- Jugend- und Familienhilfe“ mit den Einrichtungen Heimverbund für die Region Heinsberg, Sozialpädagogische Familienhilfe, Familienpflege, Rat und Hilfe, Jugend- und Schulwerkstatt. Die Abteilungsleitung übernahm Herr Dahmen. Um die Heimerziehung des Caritasverbandes langfristig zukunftsfähig zu machen und am Markt abzusichern, bereitete Karl-Ernst Dahmen den Weg für die Umstrukturierung der Heimerziehung. Somit ist der Caritasverband Heinsberg heute mit den Einrichtungen Jugend & Wohnen, Jugend & Familie und Jugend & Beratung gut aufgestellt. Abrunden kann man die Erfolgsgeschichte mit der Übernahme der Trägerschaft der Erziehungsberatungsstellen vom DiCV (Diözesancaritasverband) und der Umstrukturierung der ambulanten Jugendhilfe in die Caritas-Jugendhilfe. Auch die Übernahme der Trägerschaft der OGS in Hückelhoven und 2 Schulen in Heinsberg waren eine neue Plattform für die Abteilung von Karl-Ernst Dahmen. Das Ziel war bei allem immer, den Caritasverband mit seiner breit aufgestellten Jugendhilfe als fachlich versierten, verlässlichen und seriösen Partner in der Region Heinsberg zu etablieren. Innovative Ideen und Visionen, wie man die Zukunft der Jugend- und Familienhilfe im Sinne der Jugendlichen und deren Familien gestalten aber auch wirtschaftlich zukunftsfähig machen konnte, waren sicherlich ein entscheidender Faktor für den Erfolg. „Ein Mann, der bei pädagogischen Überlegungen nicht in der Theorie geblieben ist!“ fasst Ute Echternkamp, Leiterin der Einrichtung „Jugend & Familie“ treffend zusammen. Und fügt hinzu: „Bei all diesen verschiedenen Angeboten ist es Ihnen gelungen, den Spagat zwischen Tradition und Innovation zu bewältigen. Eine Ausweitung des Betreuungsangebotes war nie Selbstzweck sondern ging stets mit veränderten Bedarfen und der Anpassung an  gesellschaftliche Veränderungen einher. Sie zeichnet dabei ein gutes Gespür für Entwicklungen aus, was sicherlich auch daran liegt, dass Sie sich regelmäßig mit anderen Einrichtungen ausgetauscht haben, viel gelesen haben und zahlreiche Informations- und Fortbildungsmöglichkeiten besucht haben, um ihr Wissen zu erweitern und am Puls der Zeit zu sein. Ihr Ziel war es dabei stets, nachhaltige Strukturen und Angebote zu entwickeln und ein langer Atem zeichnete sie dabei aus.  Im Mittelpunkt ihrer Tätigkeit stand dabei immer das Wohl der Kinder, der Jugendlichen und ihrer Familien.“ Der Caritasverband Heinsberg bedankt sich von ganzem Herzen und wünscht dem neuen Ruheständler Karl-Ernst Dahmen alles Gute für die Zukunft.

BU (von links nach rechts)

Gottfried Küppers (Vorstand Caritasverband), Marion Peters (Vorstand Caritasverband), Marlies Küppers (Caritasrat), Monika Karim (Caritasrat), Marianne Hiol (Leiterin „Familie, Kinder & Jugend), Martin Fester (Leiter „Jugend & Wohnen“), Karl-Ernst Dahmen, Ute Echternkamp (Leiterin „Jugend & Familie“), Martina Hoppe-Servaty (Leiterin „Jugend & Beratung“), Heinz-Leo Schrötgens (Caritasrat).