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Hier gibt es Hilfe auf Augenhöhe

EUTB-Büro in Hückelhoven als unabhängige Beratungsstelle für den Kreis Heinsberg eröffnet

Kreis Heinsberg. Zur offiziellen Eröffnung der Ergänzenden Unabhängigen Teilhabeberatung (EUTB) im Kreis Heinsberg begrüßte Hermann-Josef Ronkartz vom Caritasverband neben den Vertretern der Katharina Kasper ViaNobis gGmbH und der Lebenshilfe, die gemeinsam mit der Caritas den Trägerverbund bilden, insbesondere den Bundestagsabgeordneten Wilfried Oellers. Dieser habe als behindertenpolitischer Sprecher der CDU/CDU-Fraktion im Deutschen Bundestag am Bundesteilhabegesetz mitgewirkt und damit die Grundlage für das neue Beratungsangebot geschaffen.

Die Ergänzende Unabhängige Teilhabeberatung unterstützt und berät kostenlos alle Menschen mit Behinderung, von Behinderung bedrohte Menschen und auch ihre Angehörigen in allen Fragen zur Rehabilitation und Teilhabe. Dabei kann es um Wohnangebote, die Teilhabe am Arbeitsleben, Assistenzleistungen oder Fragen zum Teilhabeverfahren gehen. Es wird besprochen, welche Lösungen in Frage kommen, und die Berater helfen beim Stellen von Anträgen.

Ronkartz stellte die Berater des EUTB-Büros vor, das in Hückelhoven, Jülicher Str. 13, eingerichtet wurde. „Es ist uns gelungen, ein tolles Mitarbeiterteam zusammenzustellen, das über das notwendige Know-How, Beratungserfahrung und – für die EUTB besonders wichtig – über die für den Beratungsansatz bedeutsame Peer-Erfahrung verfügt.“ Er betonte, das neue Angebot sei eine von Leistungsträgern und Leistungserbringern unabhängige ergänzende Beratung. Was es mit der EUTB konkret auf sich habe, davon ließ er die Berater selbst berichten. So betonte Teilhabeberater Simon Jansen: „Es geht darum, Barrieren abzubauen und Beratung auf Augenhöhe zu ermöglichen. Die Eigenverantwortung, individuelle Lebensplanung und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung und von Behinderung bedrohter Menschen werden durch die EUTB gestärkt.“ Die EUTB übernehme dank ihrer Kontakte zu diversen anderen Beratungsstellen und der großen Erfahrung des Teams eine Lotsen-Funktion sowohl für Menschen mit Handicap als auch für Menschen, denen eine Behinderung aufgrund einer Krankheit oder eines Unfalls droht, und auch für die Angehörigen. Menschen, die nicht wissen, an wen sie sich wenden können, werden aufgeklärt, damit sie ihre Möglichkeiten kennenlernen und die richtigen Entscheidungen treffen können.

Eine wesentliche Rolle spiele die „Beratung von Betroffenen für Betroffene“, die sogenannte „Peer-Beratung“. Maria-Bleimann-Lotz erklärte an ihrer eigenen Person, was damit gemeint ist: Ein Berater, der selbst Angehörige mit Behinderung habe, wisse, wie man sich in einer solchen Situation fühle. Ihr Mann sei nach einem schweren Autounfall körperlich eingeschränkt und habe einen Gehirnschaden davongetragen. „Ich berate mit einem anderen Ohr und auf einer Ebene mit dem Menschen, der zu mir kommt“, schildert sie. „Wir schicken niemanden weg, sondern sagen, an welcher Stelle es Hilfe gibt.“ Und sie betont, wie wichtig es auch für die Angehörigen von Gehandicapten sei, auf sich zu achten. Auch hier wolle die EUTB Ratgeber sein. Neben Simon Jansen und Maria Bleimann-Lotz sind Adelheid Venghaus und Gabriele Sponholz im neuen Büro tätig.

Wilfried Oellers unterstrich, wie wichtig es sei, dass die drei großen Träger im Kreis Heinsberg die Eröffnung der neuen Beratungsstelle ermöglicht haben und im neuen Büro eine Vernetzung der vielfältigen Hilfsangebote im Kreis Heinsberg stattfinde. Nachdem man viele Hürden und Klippen überwunden habe, werde der Gesetzgeber noch in diesem Jahr dafür sorgen, dass die zunächst befristete Teilhabeberatung entfristet werde und damit langfristig als niederschwellige Hilfe etabliert werden könne. (pkü)

Das Büro in Hückelhoven bietet offene Sprechstunden dienstags von 16 bis 18 Uhr und mittwochs von 10 bis 12 Uhr an. Termine können abgesprochen werden unter Tel. 02433/9399936, E-Mail kontakt.drop-this@ignore-this.eutb-hs.de

Bildunterschrift: Simon Jansen, Gabriele Sponholz und Maria Bleimann-Lotz (v.l.) stellen Wilfried Oellers (MdB) die neue Beratungsstelle in Hückelhoven vor. Foto: Küppers

Quelle: Super Sonntag, 13. Oktober 2019, Peter Küppers
http://epaper.supersonntag.de/2.0/#/read/ssv-k1/20191013?page=24&article=69044409